Wenn Reduktion zur Inspiration wird

Seit wenigen Monaten ist Andreas Diefenbach geschäftsführender Gesellschafter von Phoenix Design. Welche Veränderungen mit seiner neuen Position einhergehen und was die japanische Kalligrafie mit PHOENIX zu tun hat, erklärt er im Interview mit Wirtschaftsforum. Erschienen im ePaper Wirtschaftsforum (2019): Wenn Reduktion zur Inspiration wird, Wirtschaft im Süden, S. 16f. >> zum Artikel

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  • 1 – Use Cases als Teil des Designprozesses bei Phoenix Design

    1 – Use Cases als Teil des Designprozesses bei Phoenix Design

    In Use Cases denken: So gestalten wir über alle Touchpoints hinweg eine ganzheitliche User Experience mit Fokus auf das Wesentliche.

  • 2 – Andreas Diefenbach, Managing Partner von Phoenix Design

    2 – Andreas Diefenbach, Managing Partner von Phoenix Design

    Andreas Diefenbach (*1979) absolvierte sein Designstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und gehört seit mehr als 12 Jahren zum Unternehmen, u.a. als Mitglied der Geschäftsleitung und ab 2019 als geschäftsführender Gesellschafter von Phoenix Design.

  • 3 – Geschäftsführung von Phoenix Design (2019)

    3 – Geschäftsführung von Phoenix Design (2019)

    Die Geschäftsführung von Phoenix Design: Andreas Diefenbach, Joon-Mo Lee, Harald Lutz, Yifan Zhang (v.l.n.r.).

    PHOENIX-Gründer Andreas Haug und Tom Schönherr haben nach 32 erfolgreichen Jahren die Geschäftsführung im März 2019 an die Nachfolgegeneration übergeben.

  • 4 – DELI D20 Druckerfamilie gestaltet von Phoenix Design (2018)

    4 – DELI D20 Druckerfamilie gestaltet von Phoenix Design (2018)

    Reduktion aufs Wesentliche im Produktdesign: Die Drucker-Familie D20 für den professionellen Einsatz besteht aus Laser- und Inkjetdrucker, sowie Laser- und Inkjetmultifunktionsgerät zum Drucken, Scannen und Kopieren. Die Geräte verfügen über eine sehr hohe Kapazität von Tinte und Toner, um Kosten und Umwelt zu schonen. Ihre klare Formensprache und helle Farbgebung fügen sich bestens in moderne Arbeits- und Lebenswelten ein. Die Gruppierung der wichtigsten Elemente in grafisch anmutende Funktionsblöcke trägt schließlich nicht nur zur intuitiven Nutzerführung bei, sondern sorgt für ein Markenprodukt mit hohem Wiedererkennungswert.

  • 5 – STIEBEL ELTRON MyStiebel App gestaltet von Phoenix Design (2019)

    5 – STIEBEL ELTRON MyStiebel App gestaltet von Phoenix Design (2019)

    Reduktion aufs Wesentliche im UX/UI Design: Die MyStiebel App steuert die Stiebel Eltron Wärmepumpe für Zuhause. Das Wohlfühlklima lässt sich einfach regeln, die technische Funktionsvielfalt der Anlage tritt bewusst in den Hintergrund. Mit einem Klick passt sich die Anlage individuell an, um Komfort und Effizienz zu steigern. Komplexe Einstellungen sind übersichtlich dargestellt und intuitiv bedienbar, spezielle Funktionen fördern nachhaltiges Verhalten spielerisch. Die klare Gestaltung mit präzisen Details kommunizieren die Markenwerte.

Wirtschaftsforum: Herr Diefenbach, seit März 2019 sind Sie Teil des neuen Führungsteams, das die nun 32 Jahre währende Erfolgsgeschichte von Phoenix Design fortschreiben soll. Welche Impulse wollen Sie persönlich setzen?

Andreas Diefenbach: Die Erfolgsgeschichte von Phoenix Design fortzuschreiben ist unmittelbar mit der Weiterentwicklung unserer Partner verbunden. Wir wollen sie stetig inspirieren, verwandeln und zukunftsfähig machen – heute, aber auch morgen. „Nomen est omen“, diese Veränderungskraft ist seit Beginn ein wesentlicher Bestandteil unserer DNA. Darauf aufbauend werden wir unsere zwei Kernkompetenzen Design und Innovation größer und gesamtunternehmerischer denken müssen. Design- und vor allem Innovationsführerschaft bedarf einer neuen Sichtweise und einer Kultur der wahren Kreativität, hungriger Entwicklung, kritischer Reflexion und neugieriger Vielfalt, um die menschliche Vorstellungskraft, Empathie und Ausdrucksfähigkeit in eine weitere Dimension zu transformieren.   

Wirtschaftsforum: Wenn Sie in wenigen Sätzen zusammenfassen müssten, was das Charakteristische an Designs von Phoenix ist – was würden Sie sagen?

Andreas Diefenbach: Egal was wir kreieren, all unsere Bemühungen sind maßgeschneidert auf Bedürfnisse des echten Alltags und Wünsche, die echte Menschen hegen – alt und jung, gleich jeder Herkunft oder des Lebensstils. Unsere Motivation fokussiert sich auf die Gestaltung einer rationalen und emotionalen Bedeutung, von der aus wir innovative ikonografische Produkte und digitale Erlebnisse ableiten. Ich persönlich bin immer wieder fasziniert von der japanischen Kalligrafie und jener magischen Fähigkeit, komplexe Gedanken in einem einzigen Pinselstrich wiederzugeben. Bei Phoenix Design geht es um raffinierte Reduktion und Verdichtung großer Datenmengen, bis mit einer einzigen Linie der Wesenskern, die Kühnheit und die Essenz einer Idee feststeht.    

Wirtschaftsforum: Von Audi bis Zeiss – Phoenix designt für die ganz Großen der deutschen Wirtschaft und weltweit. Was macht Sie – abgesehen von Ihren preisgekrönten Designs – bei Ihren Auftraggebern so beliebt?

Andreas Diefenbach: Zum einen sind wir sehr nahbar und verbindlich, denn Integrität ist essentiell für langfristig erfolgreiche Partnerschaften. Gerade mit der Reduktion von Komplexität gelingt es uns Wert zu schaffen und unsere Kunden zu begeistern. Die Simplifizierung verhilft unseren Auftraggebern oft zu einem inspirierenden Zielbild, welches auch in anderen Disziplinen für Orientierung sorgt. Zum anderen sind unser Pragmatismus und die Nähe zur Produktentwicklung entscheidende Erfolgsfaktoren bei der Realisierung von Innovationen. In unserem 300qm großen Prototyping Lab entstehen Modelle, die unsere Ideen realitätsnah abbilden, um deren Qualität und Ästhetik abzusichern.      

Wirtschaftsforum: Der Bereich digitale Kompetenz hat sich zur zweiten tragenden Säule von Phoenix entwickelt. Welche Leistungen rund um die digitale Transformation bieten Sie Unternehmen?

Andreas Diefenbach: Unsere Digitalkompetenz wächst weiter als Konsequenz der Neuinterpretation lokaler analoger Produkte in einer globalen digitalen Welt. Für uns ist sie weniger eine zweite Säule, als die logische Weiterentwicklung unseres „end-to-end“-Ansatzes. Gemeinsam mit unseren Partnern eruieren wir die Bedeutung und Chancen digitaler Technologie für ihr Kerngeschäft, um daraus zukünftig relevante Handlungsfelder abzuleiten, abzubilden und umzusetzen. Das Produkt selbst kann nicht nicht kommunizieren. Durch den Einsatz von Sensoren und Aktoren gestalten wir zunehmend Wissensprodukte, die aktiv und reaktiv mit dem Nutzer, aber auch miteinander und der Umwelt interagieren. Daraus resultiert eine Sprache, die wir ebenfalls gestalten.        

Wirtschaftsforum: Welche Themen werden bei Phoenix 2019 und 2020 besonders wichtig sein? Auf welche Termine, Projekte und Innovationen darf man gespannt sein?

Andreas Diefenbach: Eine der wesentlichen Rollen von Design, um erfolgreich zu sein, ist das permanente Hinterfragen des Status quo von unseren Partnern – und uns selbst! In einer Welt substituierbarer Produkte ist das Produkterlebnis für starke Marken und die Menschen gleichermaßen zum USP geworden. Im Zuge unserer Vision von Smart Living wird es in den nächsten Jahren zunehmend um die Gestaltung eben jener „Experience“ gehen. Gemeinsam mit unseren Kunden werden wir Produkterlebnisse schaffen, die nicht nur inkrementell besser sind indem sie ein real existierendes Bedürfnis stillen, sondern zunehmend die Erwartungshaltung an ein Produkt innerhalb eines intelligenten Ökosystems neu definieren.


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