Mobiler Raum: der dritte Ort

Um dem wachsenden Flexibilitätsbedürfnis gerecht zu werden, bedarf es eines Umdenkens: Der Weg muss zum Ziel, Verkehrsflächen und Transportmittel zum vielfältig nutzbaren Raum werden. Das Phoenix Academy Konzept VESSEL von Konstantin Wolf liefert einen Ansatz zum situativ anpassbaren, mobilen Raum in den Hybridbereichen urbaner Küstenregionen. Eine neuartige Perspektive auf den facettenreichen Themenkomplex Mobilität.

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  • Text: Florian Czak
    Co-Autorin: Franziska Warnke

    Urbane Räume entstanden in der Geschichte bislang fast ausschließlich in unmittelbarer Nähe zu Wasser. Aufgrund infrastruktureller Vorteile ist die ökonomische Relevanz von Küstenstädten traditionell enorm hoch. Paradoxerweise sind es genau diese Städte, die durch den Klimawandel und die daraus entstehenden Risiken als Erste zu einem grundsätzlichen Umdenken bewegt werden. Der Meeresspiegel steigt – das Erscheinungsbild maritimer Urbanität verändert sich. Es entsteht ein wachsender Hybridbereich zwischen Land und Wasser, ein neuer, städtischer Lebensraum.

    Dieser fließende Übergang erhöht die Variationsbreite des Themenkomplexes Mobilität. Es ergeben sich situativ verschiedenste Anforderungen an Fortbewegungslösungen – Mobilität ist also nicht weniger als ein vielschichtiger Organismus, der aus verschiedenen Teillösungen besteht, die passgenau ineinandergreifen müssen. In der Kombination bestehender und neukonzipierter Verkehrsmittel liegt der Schlüssel für eine nachhaltige Infrastruktur.

    Ob Autos oder Boote – im beschriebenen Hybridbereich ergibt sich zunächst die gleiche Problematik wie zu Lande: zu große Gefährte für zu kurze Strecken. Auf der urbanen Landseite resultiert daraus der Ansatz der materiellen Reduktion, um Platz zu sparen und Verkehrsflächen zu minimieren. Zu Wasser entsteht ein Gegenentwurf: Die Idee des mobilen dritten Raumes. Die Idee, Fortbewegung im öffentlichen Raum flexibel anpassbar und vielfältig nutzbar zu machen.

    Im Rahmen der Phoenix Design Academy wurde kürzlich das Konzept VESSEL, eine Studie zur bedarfsorientierten Mobilität im wachsenden maritimen Lebensraum urbaner Küstenregionen, vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die situativ gerechte Nutzung des mobilen Raumes. Das Ergebnis ist ein Konzept für ein maritimes Fortbewegungsmittel, das Mobilität als erweiterten Nutzungsraum begreift. Der Weg wird zum Ziel, durch eine Art verweilenden Ankommens – Bewegung und Stillstand verschwimmen in einem ganzheitlich pragmatischen Gestaltungsansatz. Einen visuellen Einblick in das Konzept VESSEL erhalten Sie hier.

    Wir sehen in der Studie die Chance auf eine neue Wahrnehmung der Fortbewegung: Ob Mikro- oder Makromobilität – es gilt, Verkehrsflächen als nutzbaren Raum zu betrachten und aktiv mitzugestalten. Sie sind mehr als nur Rollfeld und Abstellfläche, mehr als eine plane, exklusive Bühne für Transportmittel. Wir sind davon überzeugt, mit dieser grundlegenden Philosophie mobilen Gestaltungsansätzen und dem wachsenden Flexibilitätsanspruch gerecht werden zu können, ob zu Wasser, oder an Land.

    Credits: Konstantin Wolf, Bachelorarbeit, Hochschule Coburg. Mentoren: Prof. Wolfgang Schabbach; Sven Feustel, Principal Designer, Phoenix Design Academy

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    Franziska Warnke Communication Manager
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    M +49 173 7294632