Kultur ist die Summe ihrer Rituale – im Hier und nunc.

Wir leben in einer Zeit der Erlebniswirtschaft, in der eine konsequente Suche nach dem „Weniger“ das „Mehr“ an physischem und mentalem Wohlbefinden fördert. Ein neuer, sinnlicher Minimalismus erobert die Welt. Gesellschaftliche Trends zeigen ein wachsendes Bedürfnis nach Momenten der Entschleunigung im immer schneller vorbeiziehenden Alltag.

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  • Text: Florian Czak
    Co-Autorin: Franziska Warnke

    Mehr denn je geht es nicht nur um die Frage, was machen wir mit Produkten, sondern, was machen Produkte mit uns? Dieser Frage müssen wir uns als Designer immer wieder kritisch stellen, um eine würdevolle und nachhaltige Beziehung zwischen Mensch und Produkt, zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen aufzubauen und immer wieder neu zu interpretieren. Mit dem neuen Ritual hat Phoenix Design einen Gegenentwurf zur Automatisierung von Produkten entwickelt – eine Designphilosophie, die auf einer selbstwirksamen symbiotischen Interaktion zwischen Mensch und Maschine basiert. Das innovative Kaffee-System nunc, steht prototypisch für diese These und den damit zusammenhängenden Gestaltungsansatz, bei dem es uns um die permanente Verbesserung und Neuinterpretation des Wohlbefindens des Menschen geht, in dem wir das wirklich Wichtige, das Wesentliche sehen, herausdestillieren und neuinterpretieren. 

  • nunc heißt jetzt - nicht weniger, aber auch nicht mehr.

    nunc heißt jetzt - nicht weniger, aber auch nicht mehr.

    Wachstum, Fortschritt, Reizüberflutung – in Zeiten von Unsicherheit und immer schnellerem Fortschritt wächst unsere Sehnsucht nach Entschleunigung im Alltag. „Weniger aber besser“, eine der zehn Thesen von Dieter Rams, scheint aktueller denn je. Wir finden sie in den kleinen Genussmomenten, die uns Luft zum Atmen und die Möglichkeit zur Rückbesinnung auf uns selbst und unserem unmittelbaren Umfeld verschaffen. Produkte und Dienstleistungen, die eine emotionale Beziehung zu uns aufbauen, berühren uns und schaffen ein starkes Identitätsgefühl. Dabei ist es nicht zuletzt die individuelle Beziehung zwischen Mensch und Produkt, die einem einfachen Bedienprozess eine Emotionalität verleiht. Das Ergebnis dieser Symbiose ist das Gegenstück zum gefürchteten Alltagstrott: das Ritual.

  • Das Trinken als kulturelles Ritual der Entschleunigung - vom intimen Moment bis hin zum gesellschaftlichen Ereignis kann das Kaffeetrinken auf verschiedenste Arten zelebriert werden. Kaffee- und Siebträgermaschinen werden zu unseren treuen Begleitern auf dem Weg zum Genussmoment. Ihre Bedienung ist ein greifbarer, erlebbarer Prozess, der sich aus einer Vielzahl kleiner Handlungen und Routinen zu einem individuellen Flow zusammensetzt. Die Siebträgermaschine wird durch die Summe aus vielen, individuellen Handlungen zum Ausdruck der eigenen Persönlichkeit - am Ende steht ein selbstgeschaffener, belohnender Genussmoment.

  • Wir sehen in der Beziehung von Kaffeetrinker und Siebträgermaschine die Chance auf eine prototypische Symbiose: die Gestaltung einer Choreografie zwischen Menschen und Maschine, die ein taktiles Ritual, hinführend zu einem individuellen Moment der Entschleunigung ermöglicht. Die flexible Unterstützung des Nutzers, der so unabhängig seines Erfahrungsgrades seinen eigenen Kaffee kreieren kann. Die Reduktion der Maschine auf das Wesentliche, um der sinnlichen Interaktion ein Maximum an Raum zu gewähren.

  • In einer selbstinitiierten Phoenix Academy Studie haben wir Kaffee-Liebhaber, Baristas und Experten aus unterschiedlichen Bereichen befragt, um die Möglichkeitsräume des neuen Rituals zu erforschen. Eine detaillierte Analyse der User Journey, von Sessions zur Ideenfindung und Design-Experimenten führte uns zur Entwicklung des Kaffee-Systems nunc. Das Konzept bildet einen Dreiklang aus dem Zelebrieren des Rituals der Kaffeezubereitung, der faszinierenden Harmonie zwischen technologischer Raffinesse, technischer Präzision und emotionalem Design, sowie der ansprechenden und harmonischen Erscheinung als Ergebnis einer konsequenten Philosophie in der Produktgestaltung. Tiefere Einblicke in das nunc-Erlebnis finden sie hier.

  • Das neue Ritual beschränkt sich nicht auf die Zubereitung von Kaffee – es stellt einen Gestaltungsansatz dar, der sich auf die generelle Interaktion und Beziehung zwischen Menschen und Maschine projizieren lässt. In einer Zeit von Effizienz getriebener Automatisierung wollen wir den Abstand zwischen den Menschen und ihren „phygitalen“ Dingen verringern. Der technologische Fortschritt lebt von Digitalisierung und Vernetzung. Die Disziplin des Designs wird eine essentielle Rolle bei der Personalisierung der „phygitalen“ Intelligenz spielen.

  • Wir gestalten die intuitive Beziehung zwischen Menschen und ihren Produkten im individuellen, kulturellen Kontext. Deshalb muss die Disziplin des Designs eine entscheidende gesellschaftliche Rolle übernehmen: Wir müssen die Technologie humanisieren. Wir Innovatoren und Designer werden zunehmend zu Mittlern zwischen dem Möglichen und dem Wünschenswerten, zwischen Technologie und der lebendigen Umgebung eines Individuums und der Summe seiner Rituale im Hier und nunc

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Franziska Warnke Communication Manager
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