Der Mensch als Mobilitätslösung der Zukunft: Ergänzen statt ersetzen

Wie kann man den Menschen eine physische Mobilität ermöglichen, die ihrer digitalen Bewegungsfreiheit gerecht wird?

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  • Text: Florian Czak
    Co-Autorin: Franziska Warnke

    Betonierte, städtische Infrastrukturen verlangsamen den Wandel der physischen Mobilität - dabei könnten wir diese flexibilisieren, indem wir uns weniger von schweren Maschinen herumtragen lassen. Den Menschen selbst als Mittelpunkt der Mobilitätswende zu sehen, könnte ein entscheidender Ansatzpunkt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bewegungsfreiheit sein. Der urbane Raum befriedigt immaterielle Bedürfnisse: er bietet ein vielfältiges, kulturelles Angebot, diverse Möglichkeiten des Konsums – vor allem aber schafft er eine Plattform, auf der Menschen sich selbst in ihrer Persönlichkeit, ihren Wünschen und ihren Ängsten ausdrücken können, während sie ihr Maß an Anonymität weitgehend selbst bestimmen. Die Stadt stellt somit eine Schnittstelle zwischen physischem und digitalem Zusammenleben dar, doch den daraus resultierenden Anforderungen gerecht zu werden, wird immer schwieriger. Dem durch die Digitalisierung verstärkten Streben nach maximaler Flexibilität und Individualität stehen betonierte Infrastrukturen gegenüber – es kommt zum Konflikt zwischen der Gesellschaft im ständigen Wandel und der Stadt als physisch starrem System. Wie kann man den Menschen also eine physische Mobilität ermöglichen, die ihrer digitalen Bewegungsfreiheit gerecht wird?

    In Bezug auf die Mobilitätswende werden oft strukturorientierte Ansätze gewählt - wenn beispielsweise Autofahrer mit Hilfe von Fahrverboten und einem angepassten, öffentlichen Nahverkehrsangebot von alternativen Fortbewegungsmethoden überzeugt werden sollen. Währenddessen füllt der kollektive Individualismus die Straßen mit Fahrzeugen, die in ihrer Masse mehr Probleme verursachen, als lösen. Mobilität muss auf ihr Wesentliches reduziert werden – um dies zu erreichen ist es elementar, den Menschen nicht nur als Nutzer zu betrachten. Vielmehr stellt er mit seiner eigenen Mobilität bereits einen zentralen Baustein der Fortbewegung dar, der eher unterstützt werden will, als ein schweres Fahrzeug zu verwenden, das die meiste Energie dafür aufbringt, sich selbst fortzubewegen. Wie ein Transportmittel den Menschen und seine Bewegungsmöglichkeiten optimal integrieren und erweitern kann, während es selbst materiell so reduziert wie möglich ist, kann eine zentrale Fragestellung für die Mobilitätswende darstellen.

    Wir sind im Alltag nahezu durchgehend auf Mobilität angewiesen. Ein Großteil dabei zurückgelegter Strecken sind nur wenige Kilometer lang – eine logische Alternative erscheint hierbei ein permanenter Begleiter, der mobile Entlastung schafft und durch seine materielle Reduktion eine so geringe Belastung wie möglich darstellt. Er ergänzt den Nutzer in seinen Möglichkeiten sich individuell fortzubewegen und macht ihn so nachhaltig flexibler. Diese neugewonnene, mobile Freiheit bringt in der Konsequenz ein neues Maß an Unabhängigkeit mit sich. Das bedeutet: den direkten Weg wählen zu können, statt sich an Netzen und Knotenpunkten zu orientieren – und nicht mehr auf ein Transportmittel warten zu müssen, um voranzukommen. Es impliziert aber auch, sich weder mit einem Abstellplatz noch mit der Instandhaltung einer komplexen Maschine befassen zu müssen. Wenn dann die Fortbewegung als Bereicherung wahrgenommen und somit der Weg zum Ziel wird, dann wird die Herausforderung Mobilität zur Chance auf einen grundlegenden Paradigmenwechsel.

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    Franziska Warnke Communication Manager
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