Authentizität gestalten

Andreas Diefenbach, Managing Partner von PHOENIX, war als Key Note Speaker beim Designblok in Prag sowie als Gastdozent im Fachbereich Architektur an der Technischen Universität (CTU), Prag. Auszüge aus seinen Vorträgen finden Sie hier >>>

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  • Andreas Diefenbach, Managng Partner von Phoenix Design

    Andreas Diefenbach, Managng Partner von Phoenix Design

    "Was bedeuten Individualisierung und Standardisierung heute für uns? Und welche Herausforderungen und Chancen erwachsen daraus, wenn wir eine neue Produkterfahrung gestalten wollen? Vielleicht kommt es darauf an, beides zu haben: gesunden Menschenverstand als den Standard, und Individualität als ein Muss."

     

  • Multisensorische Erfahrungen

    Multisensorische Erfahrungen

    "Die menschlichen Bedürfnisse werden zunehmend nicht mehr von Form und Funktion befriedigt, sondern von multisensorischen Erfahrungen und individueller Bedeutung. Die physische Gesundheit entwickelt sich in mentale Gesundheit, reine Funktion bekommt mehr Bedeutung. Besondere Augenblicke graben sich tief in unser Gedächtnis ein und verfestigen sich dort zu einer einzigartigen Identifikation mit dem Produkt und der Marke, nicht stimuliert durch top-down Werbung, sondern vielmehr bottom-up aus der Summe der alltäglichen Augenblicke der Interaktion mit dem Produkt, der Dienstleistung, oder einer Community innerhalb eines sich laufend verändernden Kontexts."

  • Wesentlicher Minimalismus

    Wesentlicher Minimalismus

    "PHOENIX ist der Ansicht, dass Reduktion und Perfektion schon immer die Hauptziele sowohl von Handwerkern als auch von Erfindern gewesen sind, weil das Vermeiden des Irrelevanten bedeutet, das Wichtige zu betonen. In dieser Hinsicht wollen wir das Höchstmaß an Ausdruckskraft verwirklichen, und zwar mit einem Mindestmaß an Ausdruck. Wir versuchen, die Balance zu finden zwischen dem Sichtbaren, dem Fühlbaren, und dem Sinnlichen, um eine außergewöhnlich und doch harmonische Erfahrung zu erschaffen. Wir schlagen die Brücke zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen und achten dabei fast schon zwanghaft auf Details. Wir arbeiten mit Schattierungen und nicht mit Farbstellungen. Das ist in vielerlei Hinsicht, was wir mit dem Ausdruck WESENTLICHER MINIMALISMUS meinen. Sein Leben auf der Grundlage von Wesentlichem zu leben ist weniger eine Frage von Minimalismus, sondern es geht dabei viel eher darum, das zu feiern, was uns am wertvollsten ist, denn unsere persönliche Beziehung zu Produkten gibt ihnen erst ihre Bedeutung, eine Essenz, die über ihre physischen Eigenschaften hinausreicht."

  • AXOR MyEdition > designed by PHOENIX

    AXOR MyEdition > designed by PHOENIX

    "Wir müssen an Systeme und Schnittpunkte von Konstanten und Variablen denken, oder vielleicht an Teile von Produkten, die es wert sind, erhalten zu werden, und dabei die Proportionen flexibler Elemente behalten. Wenn es darum geht, ein Produkt an seine Umgebung und den individuellen Geschmack anzupassen, dann ist die Produktfamilie AXOR MyEditon ein hervorragendes Beispiel für diese Theorien, eben ein Produkt, das ästhetisch auf eine authentisch nachhaltige Art und Weise gestaltet wurde."

ESSENTIAL MINIMALISM – WESENTLICHER MINIMALISMUS.
Willkommen in der abstrakten Welt des Designens von Authentizität – einem Raum der Individualität als Weg zur Standardisierung:

"Was bedeuten Individualisierung und Standardisierung heute für uns? Und welche Herausforderungen und Chancen erwachsen daraus, wenn wir eine neue Produkterfahrung gestalten wollen? Vielleicht kommt es darauf an, beides zu haben: gesunden Menschenverstand als den Standard, und Individualität als ein Muss.

Die Bauhaus-Bewegung hat die Standardisierung geformt, die vor 100 Jahren in dem Standpunkt „Form follows function“ kulminierte. Die Idee, dass die Form der Funktion folgt, geht allerdings zurück auf den Amerikaner Louis H. Sullivan, einen Hauptvertreter der Chicagoer Schule. Louis H. Sullivan galt als einer der ersten Hochhaus-Architekten, und von ihm stammt der berühmte Ausspruch: „Es ist das Gesetz alles Organischen und Anorganischen, alles Physischen und Metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Erscheinungsformen des Geistes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkennbar ist, dass die Form stets der Funktion folgt.“

Sicher haben wir den Kreis der Kompetenz seit 1919 in unsere heutige Praxis 2019 eingeBAUT, und darin anerkennen wir >MENSCHEN< als Individuen in kulturellen, Umwelt- und ökologischen Bereichen als das zentrale Element unserer täglichen Arbeit. Und innerhalb dieses Rahmens nennen wir unsere Vision einfach SMART LIVING. Dadurch sind wir durchaus stolz auf das Wissen um Konstruktion, Technik und Materialien, die mit Würde und tiefen Diskussionen um die Menschlichkeit vollendet werden. In einer Zeit des Künstlichen wird das Natürliche exponentiell wichtiger für das, was der Menschheit zu tun ansteht. Das stellt allerdings weitreichende Fragen, wie z.B. Fließbandprodukte mit dem Wunsch nach Individualisierung zusammenpassen, jetzt, 100 Jahre nach Bauhaus, im 21. Jahrhundert?

Wir müssen an Systeme und Schnittpunkte von Konstanten und Variablen denken, oder vielleicht an Teile von Produkten, die es wert sind, erhalten zu werden, und dabei die Proportionen flexibler Elemente behalten. Wenn es darum geht, ein Produkt an seine Umgebung und den individuellen Geschmack anzupassen, dann ist die Produktfamilie AXOR MyEditon ein hervorragendes Beispiel für diese Theorien, eben ein Produkt, das ästhetisch auf eine authentisch nachhaltige Art und Weise gestaltet wurde.

Innovation und Design gründen schon immer auf dem Prinzip der Unterscheidbarkeit. Die Kultivierung der Welt schreitet voran, sie ist voller vergleichbarer Dinge. Deshalb handelt ein Großteil unserer Arbeit von dem Wunsch nach Unterscheidung, wirklich zum Besseren? Der Unterschied in der Form ist vielleicht einfach nur weniger in der Gestaltung.Was ganz bestimmt mehr und mehr erwartet wird, ist nicht das Normale, sondern das wirklich Besondere. Die Wunsch vieler Menschen gelten nicht dem Genormten, sondern dem Einzigartigen.

Phoenix  Design ist der Ansicht, dass Reduktion und Perfektion schon immer die Hauptziele sowohl von Handwerkern als auch von Erfindern gewesen sind, weil das Vermeiden des Irrelevanten bedeutet, das Wichtige zu betonen. In dieser Hinsicht wollen wir das Höchstmaß an Ausdruckskraft verwirklichen, und zwar mit einem Mindestmaß an Ausdruck. Wir versuchen, die Balance zu finden zwischen dem Sichtbaren, dem Fühlbaren, und dem Sinnlichen, um eine außergewöhnlich und doch harmonische Erfahrung zu erschaffen. Wir schlagen die Brücke zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen und achten dabei fast schon zwanghaft auf Details. Wir arbeiten mit Schattierungen und nicht mit Farbstellungen. Das ist in vielerlei Hinsicht, was wir mit dem Ausdruck WESENTLICHER MINIMALISMUS meinen. Sein Leben auf der Grundlage von Wesentlichem zu leben ist weniger eine Frage von Minimalismus, sondern es geht dabei viel eher darum, das zu feiern, was uns am wertvollsten ist, denn unsere persönliche Beziehung zu Produkten gibt ihnen erst ihre Bedeutung, eine Essenz, die über ihre physischen Eigenschaften hinausreicht.

Die menschlichen Bedürfnisse werden zunehmend nicht mehr von Form und Funktion befriedigt, sondern von multisensorischen Erfahrungen und individueller Bedeutung. Die physische Gesundheit entwickelt sich in mentale Gesundheit, reine Funktion bekommt mehr Bedeutung. Besondere Augenblicke graben sich tief in unser Gedächtnis ein und verfestigen sich dort zu einer einzigartigen Identifikation mit dem Produkt und der Marke, nicht stimuliert durch top-down Werbung, sondern vielmehr bottom-up aus der Summe der alltäglichen Augenblicke der Interaktion mit dem Produkt, der Dienstleistung, oder einer Community innerhalb eines sich laufend verändernden Kontexts.

Für materielle Güter wie für Dienstleistungen wird die Massenproduktion von gleichförmigen Gütern ersetzt durch Erfahrungen und Dinge, die eben nicht die identisch selben für alle sind, und die einfach einzigartig sein wollen. Der emanzipierte Verbraucher im Zeitalter des Post-Wachstums entwickelt eine Empfindsamkeit der Differenzierung gegenüber standardisierten Produkten. Ein Beispiel: Brot und Wasser werden heute in einer Art und Weise goutiert, wie das ehedem nur Weinkennern vorbehalten war. Der Trend hin zur Individualisierung wird die Veränderung in Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben, vor allem im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Wenn wir Authentizität wollen, müssen wir verstehen, was eine Erfahrung für Menschen bedeutsam macht – gleichsam also die Zukunft im Rückspiegel betrachten. Wir müssen mit dem Individuum mitfühlen, wir müssen wissen, wer es wirklich ist, woher es kommt, was es braucht, erwartet und sich wünscht. Authentizität zu gestalten bedeutet, wesentliche Dinge zu designen, und zwar mit der Möglichkeit der Individualisierung, vor allem: gegen die Zeit zu kämpfen, um das Produkt so lange wie möglich relevant zu halten." ... Auszug aus Vortrag von Andreas Diefenbach.

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