100 Jahre Bauhaus - 3 Fragen an Andreas Haug

„(...) Viel wichtiger: dass die Entwürfe durch Langlebigkeit und messbaren wirtschaftlichen Erfolg überzeugen. Damit steht Phoenix Design in der Tradition von Bauhaus und Ulmer Schule – und ist den Tugenden des deutschen Designs verpflichtet.“ Unsere Philosophie beschreibt, wie eng wir mit der Bewegung verbunden sind. Anlässlich ihres Jubiläums, beantwortet Andreas Haug, Gründer von Phoenix Design, 3 Fragen zum Bauhaus.

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  • Andreas Haug, Gründer von Phoenix Design

    Andreas Haug, Gründer von Phoenix Design

    Andreas Haug (*1946), Gründer von Phoenix Design. 1987 gründete er gemeinsam mit Tom Schönherr das Designstudio Phoenix Design in Stuttgart. Der Werdegang von Andreas Haug ist aufs Engste mit dem Aufstieg des modernen deutschen Designs verbunden. Nach dem Designstudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart war Andreas Haug Gründer und Mitinhaber von frogdesign, von 1984 bis 1987 als Design Consultant und Vice-President. Das Ende der 80er-Jahre gegründete Studio Phoenix Design wurde weltweit zu einer der ersten Adressen für Produkt- und Interaction Design. „Was uns wichtig ist, sind die Motive und Ziele unserer Kunden, die uns als Impulsgeber in ihre Strategie einbeziehen. Wir achten darauf, dass das Zusammenspiel zwischen Auftraggeber und externem Expertenteam rund läuft. Wir sind stolz darauf, dass dies immer wieder gelingt, teilweise über Jahrzehnte hinweg.“ Geehrt wurden Andreas Haug und Tom Schönherr mit dem Lucky Strike Designer Award sowie mit dem German Design Award „Persönlichkeit“ für ihr Gesamtwerk.

„(...) Viel wichtiger: dass die Entwürfe durch Langlebigkeit und messbaren wirtschaftlichen Erfolg überzeugen. Damit steht Phoenix Design in der Tradition von Bauhaus und Ulmer Schule – und ist den Tugenden des deutschen Designs verpflichtet.“ Unsere Philosophie beschreibt, wie eng wir mit der Bewegung verbunden sind. Anlässlich ihres Jubiläums, beantwortet Andreas Haug, Gründer und Managing Partner von Phoenix Design, 3 Fragen zum Bauhaus.

In deinen eigenen Worten: Was bedeutet für dich das Bauhaus?

Es ging darum, die Welt neu zu denken. Nach dem 1. Weltkrieg herrschte ein gesellschaftspolitischer Umbruch. Freie Künstler, Architekten und andere angewandte Wissenschaften haben angefangen, neue Lebensformen zu entwickeln mit der Idee, Wohnraum für wenig Geld zu schaffen – simpel, intelligent, vielfältig nutzbar. Ihre Disziplinen haben sich dabei gegenseitig befruchtet. „Form follows function“ wurde für Möbel im Hinblick auf ihre einfache Produktion interpretiert.

Für die damalige Zeit zweifelsfrei ein wichtiger Schritt mit einem kleinen Nachteil: die dekorative, prächtige Handwerkskunst des Jugendstils verlor aufgrund zu aufwändiger Produktion rasch an Bedeutung. Heute sind wir jedoch in der Lage durch digitale Techniken und einer manufaktur-ähnlichen Produktion ästhetische Feinheiten wieder umzusetzen.

Welche Bedeutung hat das Bauhaus für PHOENIX und im Design generell?

Speziell im Wohnumfeld steht der Bauhaus-Stil für Klarheit, Einfachheit, Geradlinigkeit und Reduktion im Material. Designprinzipien, die wir in unseren Projekten anwenden und für die wir bekannt sind. Allerdings steht der Nutzer mittlerweile im Zentrum aller Überlegungen. „Form follows function“ gilt weiterhin, allerdings haben wir den Betrachtungswinkel von einer rein praktikablen Herstellungstechnik erweitert, um über die emotionalen Bedürfnisse des Nutzers ein komplexes Produkterlebnis zu erzeugen.  

Design ist nie unpolitisch. Wir müssen uns immer fragen, welche Träume durch den Wandel in der Gesellschaft entstehen und welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen er auf das Design hat.

Als Gestalter orientieren wir uns an artverwandten Disziplinen wie Architektur, Mode, Kunst. Dabei hält der Blick über den ästhetischen Tellerrand hinaus für uns eine ganz andere Form der Inspiration bereit. 

Inwiefern hat dich persönlich das Bauhaus geprägt?

Das Bauhaus hat alle Gestalter in Deutschland geprägt, das gab es in anderen Ländern nicht. Ich selbst gehöre zur Nachkriegsgeneration, für mich war es damals die aktuelle Gestaltungsauffassung. Mich fasziniert wie man sich dem Design nähert: was bringt dem Nutzer und der Industrie einen Mehrwert? Dazu gehört ordentlich Recherche! Kein Wunder also, dass ich in ihrem Nachfolger, der Ulmer Schule, studieren wollte. Leider wurde sie genau in jenem Jahr geschlossen...

Die Begeisterung blieb. Heute gestalten wir bei PHOENIX nach dem Credo Logik und Moral im Sinne des Bauhaus, aber schaffen zusätzlich durch Magie einen emotionalen Mehrwert im Produktnutzen, immer unter dem Aspekt die Welt neu zu denken.

 

Kontakt:

Carolin Schobel, Communication Manager
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