Mit Freude am Fliegen

Philipp Emmert hat sich in der Phoenix Design Academy mit der "Smart Economy Service Experience" auf Flugreisen beschäftigt. Daraus hat der Industriedesigner sein Konzept für eine ganzheitliche „Food Service Experience“ für Passagiere und Flugbegleiter abgeleitet. Die gestalteten Komponenten: Service Units (Meal Server, Refiller), Travel Bottle, selbstheizendes Smart Packaging.

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  • 1 - Sven Feustel und Philipp Emmert beim Brainstorming

    1 - Sven Feustel und Philipp Emmert beim Brainstorming

    Philipp Emmert (re) studiert Industriedesign an der Muthesius Academy of Fine Arts & Design. Seine Bachelor Thesis hat er in der Phoenix Design Academy geschrieben, betreut von Sven Feustel (li), Design Team Manager bei Phoenix Design. (Foto: Phoenix Design)

  • 2 - Smart Food Service Experience - Design

    2 - Smart Food Service Experience - Design

    Credits: Philipp Emmert, Bachelor Thesis, Muthesius Academy of Fine Arts & Design. Betreuer: Prof. Detlef Rhein; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 3 - Smart Food Service Experience - Packaging & Travel Bottle

    3 - Smart Food Service Experience - Packaging & Travel Bottle

    Credits: Philipp Emmert, Bachelor Thesis, Muthesius Academy of Fine Arts & Design. Betreuer: Prof. Detlef Rhein; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 4 - Smart Food Service Experience - Refilling

    4 - Smart Food Service Experience - Refilling

    Credits: Philipp Emmert, Bachelor Thesis, Muthesius Academy of Fine Arts & Design. Betreuer: Prof. Detlef Rhein; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

  • 5 - Smart Food Service Experience

    5 - Smart Food Service Experience

    Credits: Philipp Emmert, Bachelor Thesis, Muthesius Academy of Fine Arts & Design. Betreuer: Prof. Detlef Rhein; Sven Feustel, Design Team Manager. (Foto: Phoenix Design)

Die Luftfahrtindustrie unterliegt starken Restriktionen bezüglich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. So ist das Aviation Design durch seine hohen Sicherheitsbestimmungen, der enormen Effizienz und dem hohen Wettbewerbsdruck unter den Airlines ein sehr eng zu bearbeitendes Feld, in dem Innovationen nur sehr schwer möglich sind. DIN-Normen bestimmen die Gestaltung und der Reisende tritt in den Hintergrund. Es gibt vergleichsweise wenig Spielraum für die unterschiedlichen Airlines, sich gegenüber dem Wettbewerb abzugrenzen. Ein einzigartiger Service bietet jedoch Potenzial zur Differenzierung – hier setzt die holistische Food Service Experience an.

Schon zuhause kann sich der Passagier nach dem Online-Check-In seine Mahlzeit während des Flugs konfigurieren. Am Flughafen bekommt er dann nach der Sicherheitskontrolle seine persönliche Reiseflasche, die er sich im Flugzeug an einer der Service Units selbst wieder auffüllen kann. Während des Flugs kann er sein Essen per Knopfdruck erwärmen, um selbstbestimmt zu entscheiden, wann er seine Mahlzeit einnehmen möchte. Am Zielflughafen angekommen, kann der Passagier seine Reiseflasche nochmals auffüllen und über den Flugreisen-Service hinaus bis zu seinem Zielort weiter nutzen.

Für Sven Feustel, Design Team Manager und Coach der Phoenix Design Academy, war es wichtig, das Thema Mobilität stärker im Kontext zum Endkonsumenten zu begreifen. Der Prozess des Fliegens wird dezentralisiert, um sich besser im Wettbewerb zu positionieren. Da der Service bereits zuhause beginnt und erst am Zielort endet, wird der Passagier zum „Master of Possibilities“. Seine existenziellen Bedürfnisse werden individueller erfüllt und die Reise wieder mit mehr Komfort und Qualität aufgeladen. „Das Projekt hat eine sehr hohe Relevanz, weil die nutzerorientierte Sichtweise und die markentypische Differenzierung im Wettbewerb sehr große Potenziale bergen. Die smarte Food Service Experience beinhaltet nicht nur neue Ansätze im Aviation Design, sondern auch eine generell neue Haltung für die Mobilität der Menschen“, so Feustel.


Im Interview beantwortet Philipp Emmert die wichtigsten Fragen zur smarten Food Service Experience auf Flugreisen.

Warum brauchen wir eine ganzheitliche Food Service Experience?
Das Fliegen in der Economy-Class wird mehr und mehr durch eine Massenabfertigung bestimmt. Die Möglichkeit durch eine ganzheitliche Food Service Experience für die Passagiere, aber auch Flugbegleiter, wieder ein neues Gefühl vom Fliegen zu vermitteln und gleichzeitig den Nutzer in den Fokus zu rücken ist meiner Meinung nach extrem wichtig für die zukünftige Entwicklung des Flugverkehrs.

Was war die Herausforderung an dem Projekt / an der Gestaltung?
Die größte Herausforderung an dem Projekt war das bewusste Distanzieren von der genormten und durch Restriktionen eingeschränkten Luftfahrtindustrie. Bei der Gestaltung musste eine klare Unterscheidung zwischen den bereits vorhandenen Trolleys erzielt werden. Zusätzlich ist es wichtig, dass nicht die Produkte als solche im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die neu entstandene User-Experience.

Was ist das Besondere am Design?
Das Design der Service Units zielt darauf ab, genau ein gegenteiliges Bild zu den sonst bekannten „Trolleys“ zu erzeugen. Weiche Formen, Stofflichkeit und eine schwebende Anmutung sollen ein freundliches, geborgenes und möbelhaftes Erscheinungsbild erzeugen. Gleichzeitig wollte ich aber auch eine einheitliche Designsprache finden, sodass das Smart-Packaging, die Travel Bottle sowie die Service Units miteinander harmonieren und typische Merkmale von Flugzeugen aufgreifen.

Wie siehst du die Zukunft des Services auf Flugreisen?
Ich denke der Service wird und sollte in Zukunft einen deutlich höheren Stellenwert zugeschrieben bekommen. Service bietet ein extrem großes Potential zur Differenzierung der Airlines untereinander und rückt den Passagier in den Fokus. Ich denke gerade in der heutigen Gesellschaft ist ein nutzerzentrierter Serviceansatz von großer Wichtigkeit. Gleichzeitig werden durch die Entwicklung des Internet of Things (IOT) ganz neue Möglichkeiten im Bereich Service möglich.

Was fasziniert dich an dem Thema?
Das Thema Fliegen ist von Grund auf schon faszinierend. Sich vorzustellen, dass es möglich ist mit einem tonnenschweren High-Tech Konstrukt abzuheben und sich in 10 km Höhe über der Erde zu bewegen, ist für mich immer noch fast unbegreiflich. Zu sehen, wie sich diese Branche in der Zukunft entwickelt ist höchst interessant, wenn man bedenkt, dass man vor 200 Jahren nur vom Fliegen träumen konnte.


Über die Phoenix Design Academy

Die Phoenix Design Academy ist ein Innovation Lab für junge und erfahrene Designer, in dem sie ihre Visionen verwirklichen und teilen können. Der gemeinsame Anspruch ist es, gesellschaftlich relevante Themen aufzubereiten und neue Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Als Projektleiter durchlaufen die Studenten den ganzen kreativen Designprozess von der Ideenfindung über das iterative Prototyping bis zum realisierbaren Produkt. Begleitet werden sie von ihrem Betreuer Sven Feustel, Design Team Manager bei Phoenix Design, und weiteren Fachexperten aus dem Phoenix Team.

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